Osteopathie nach E.Muntinga DO

Osteopathie, was ist das?

Hier könnte man seitenweise Text schreiben – Osteopathie ist Kunst, Handwerk und Wissen. Gerne möchte ich Osteopathie als folgt beschreiben:

 

“Osteopathie gibt dir die Chance Werkzeuge zu erlernen, welche dir helfen, funktionelle und strukturelle Störungen im Körper zu finden, zu evaluieren und spezifisch zu behandeln. Osteopathie erlaubt dir einen authentischen Einblick in den Veränderungsprozess von Gewebsstörungen. Dir wird erlaubt, Zeuge von wirklicher Veränderung zu sein.”

 

Osteopathie ungleich Osteopathie – was ist hier anders?

Osteopathie ist ein extrem bunter, vielseitiger und grenzsuchender Bereich in der Alternativmedizin. “Gehe zu 10 Osteopathen, und du wirst 11 Mal verschieden behandelt” – das höre ich mich oft sagen. Ich “koche auch nur mit Wasser” wie alle anderen – aber verwende spezielles Kochgeschirr in meiner Arbeit mit speziellen Traumatisierungen emotionaler und körperlicher Art. Viele Dinge werden einem Osteopathen in der Schule gelehrt – 1500 Techniken, Methodologie, Anatomie, Physiologie und vieles mehr… aber eins muss jeder Osteopath für sich finden: SEIN/IHR Weg, den Menschen in dessen wahrer Natur zu erfassen, dessen Biografie zu verstehen und dessen Hauptprobleme zu erfassen. Ein guter Osteopath setzt sein Ego zur Seite, lässt den Körper des Patienten seine Geschichte erzählen, und folgt der innewohnenden Intelligenz des Gewebes. Er verkauft Möglichkeiten, keine Wunder. Er ermöglicht es dem Patienten, seine inneren Kräfte in Richtung Gesundheit zu mobilisieren.

Der Stein im Weg – Trauma & Schock

Vorgeburtliche, geburtliche und nachgeburtliche Traumatisierungen hinterlassen immer eine Geschichte im betroffenen Körpergewebe, welches sich in dessen Zellgedächtnis einprägt.

Diese Trauma-Erinnerung kann wie eine Art Schockmuster beschrieben werden, das sich wie eine potentielle (gespeicherte) Energie im Gewebe verdichtet und sich zeitresistent ins Gewebe einnistet und dazu führt, dass der betroffene Körper(-Bereich) mit der Zeit nicht von alleine gesunden kann. Schock legt sich wie ein Mantel über den betroffenen Körper und legt die normalen Heilungsmechanismen größtenteils lahm – der Körper verhält sich wie in einem “Dornröschen-Schlaf”; ein zeitloser und reaktionsloser Zustand, wobei das Gewebe an Potential zu Veränderung, Genesung und Wohlbefinden verliert.

Solch ein Zustand spricht sehr schlecht – oder gar nicht – auf konventionelle Therapiemassnahmen wie manuelle Therapie (Physiotherapie, Chirotherapie etc),  Schmerzmittel, Antidepressiva und sonstige Pharmazeutika an, da diese Massnahmen unspezifisch sind und den “Dornröschen – Effekt” nicht direkt ansprechen.
Der Körper ist wie in einer Art “Lock-down” – Zustand, wobei er auch lange nach dem Trauma in der “Trauma-Zeit” verweilt und das Gewebe sich wie “taubstumm” verhält; es erzählt die Trauma-Geschichte nicht, und reagiert auch nicht auf unspezifische Einflüsse von aussen.
Der Schlüssel, um diesen “Lock-down” des Körpersystems zu lösen, ist spezifisch auf den Ebenen zu arbeiten, wo auch die noch viele Jahre später wirkenden Kräfte des ursprünglichen Traumas sich manifestieren.
Details hierzu siehe Artikel: Das Konzept Hotelzimmer & Schock

Schock, elektromagnetisch – fluide Ebenen und Empathie

Schock ist ein elektromagnetisches Phänomen, was sich auf der fluiden Ebene des Gewebes zeigt. Hier ist auch die Manifestationsebene vom Zellgedächtnis, was jegliche Erinnerung traumatischer Erfahrungen in sich trägt.
Diese Gewebserinnerung kann direkt wahrgenommen werden. Der traumatisierte Körper verlangt intensiv mit einem tiefen Bedürfnis danach, erkannt, verstanden und gelesen zu werden; wie ein Buch.
“Das Trauma will verstanden werden, und die damals traumatisch einwirkenden Kräfte müssen in der Behandlung direkt angesprochen werden.”
Ich erkenne, lese und erlebe direkt diese Erinnerungen, sodass deren Schockmuster sich lösen können, und die Person verstehen kann, warum und wie genau der Ursprung des Leidens vonstatten ging. Diese Art von Arbeit ist wunderschön, aber kostet viel innere Ruhe, Energie und Zentriertheit. Durch die empathische (“clair-sentience”, Hellfühligkeit) Arbeit erlaube ich dem Patientenkörper, sich von den Trauma-Erinnerungen zu lösen, den Bann des Dornröschen-Schlafs zu brechen und sich in Richtung Gesundheit und volles Potential zu orientieren.
Durch die Intensität dieser Arbeitsweise ist es leider so, dass ich nur eine bestimmte Anzahl von Patienten pro Tag behandeln kann. Bevorzugt werden Schwangere, Neugeborene, Kinder und spezielle Traumatisierungen.

Osteopathie

Osteopathie ist zugleich Philosophie, Wissenschaft und manuelles Kunsthandwerk mit einem ganzheitlichen Ansatz. Hauptziel der Behandlung ist, Gesundheit wiederherzustellen und zu erhalten.

Ich versuche, die ursprünglichen und revolutionären Denkweisen der Osteopathie – der Gründerväter Still, Sutherland, Becker et al. – zu verinnerlichen, und gleichzeitig die modernen Entwicklungen in der Osteopathie (Craniosacrale Therapie, biodynamische Osteopathie etc.) zusammen in eine nicht ausgrenzende, verinnerlichte und fliessend denkende und handelnde Osteopathie zu bringen.

In meiner persönlicher Ansicht von Osteopathie gibt es keine klare Unterteilung in Hauptpfeiler wie parietale, viszerale und craniosacrale Osteopathie. Biomechanische, funktionelle sowie auch biodynamische Ansätze finden hier Platz und haben alle ihren Stellenwert.

Osteopathie ist durch eine von Generation zu Generation überlieferte und angepasste (Evolution!) Denkweise in steter Wandlung. Wichtig ist hier, dass prozessorientiertes Denken und Handeln, gemischt mit der inhärenten Intelligenz des inneren Behandlungsplans des Patienten, die osteopathische Behandlung bestimmt. Dies mag wie ein Spagat klingen – analytisch mit tiefer Anatomiekenntnis denken und dennoch gleichzeitig einer inneren „Weisheit“ zu vertrauen („Trust the Tide“, W.G. Sutherland).

Nur ein Osteopath mit einer umfangreichen Werkzeugsammlung (fundierte Anatomiekenntnisse, Technik-Kenntnisse möglichst verschiedener Methodiken, das Bewusstsein und die Palpations- und Interaktionsmöglichkeit auf verschiedenen Palpationsebenen) kann bei vielen Problemkomplexen mechanischer, emotionaler, psychischer oder energetischer Natur helfen. Das Ziel der Osteopathie ist, die Gesundheit im Patienten zu finden und diese zu fördern, sodass sie ungebremst im Mechanismus des Patienten wirken kann. Treffend wurde “Gesundheit” von Rollin E. Becker DO beschrieben:

“Was ist Gesundheit? Es bedeutet, dass alle Teile in einer harmonischen gegenseitigen Beziehung funktionieren. Alle Systeme sind auf ‚gehen‘ eingestellt und frei, sich der ständigen Veränderungen unterworfenen Umgebung des einzelnen Menschen anzupassen. Alles arbeitet zusammen und der Patient ist sich keines einzelnen Teils bewusst, da sein Nervensystem ihm nicht berichtet, dass irgendetwas falsch läuft. Er nimmt sein Wohlbefinden als eine natürliche Komponente seines täglichen Lebens an. Er ist frei, zu leben, ohne einen bewussten Gedanken an eine Funktionseinschränkung in irgendeinem seiner Systeme. Er kann gehen, stehen, sitzen, arbeiten, spielen, essen, schlafen, träumen und alle anderen notwendigen Dinge tun, mit dem Gefühl, dass er sich in seiner Umgebung so bewegt, wie er es braucht und wünscht. Er ist ein lebendiger, ganzer Mann bzw. eine Frau, in Übereinstimmung mit dem Universum, und zwar sowohl innen in Bezug auf seine homöostatischen Gleichgewichte als auch außen in Bezug auf seine Umgebung.“

Weiterführende Informationen zu E.Muntinga’s Arbeit

Siehe Artikel, und mein Buch “Die Sprache der Vergangenheit“.

Traumatologie Workshops

siehe hier.

Elin_10

“Unsere Patienten behandeln sich jedes Mal selbst, wenn wir sie mit unseren Händen berühren – vorausgesetzt, wir kooperieren mit den Mechanismen die in ihnen schon am arbeiten sind.”
(Rollin E. Becker DO)

Aktuelle Osteopathie-Artikel

von Edward Muntinga, siehe Artikel & Publikationen